Das Wichtigste in Kürze: Nicht das Baujahr entscheidet, sondern die Vorlauftemperatur, die Ihre Heizung an kalten Tagen braucht. Kommt Ihr Haus mit etwa 55 °C aus, arbeitet eine moderne Wärmepumpe effizient. Oft reicht es dafür, einzelne Heizkörper zu tauschen.
Warum das Baujahr wenig aussagt
„Unser Haus ist von 1965 – da geht doch keine Wärmepumpe.“ Diesen Satz hören wir oft. Dabei sind die meisten älteren Häuser in unserer Region längst nicht mehr im Originalzustand: Die Fenster wurden getauscht, das Dach oder die oberste Geschossdecke gedämmt, vielleicht ein Heizkörper vergrößert. Jede dieser Maßnahmen senkt den Wärmebedarf – und damit die Temperatur, die das Heizwasser haben muss.
Hinzu kommt: Viele alte Heizungen sind großzügig ausgelegt. Heizkessel und Heizkörper wurden früher oft mit Reserve geplant. Das ist für die Wärmepumpe ein Vorteil, denn große Heizkörper geben auch mit niedriger Wassertemperatur genug Wärme ab.
Worauf es wirklich ankommt: die Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das in Ihre Heizkörper fließt. Eine Öl- oder Gasheizung liefert problemlos 70 °C und mehr. Eine Wärmepumpe arbeitet dagegen umso effizienter, je niedriger diese Temperatur ist.
Wichtig ist dabei nur der kälteste Tag des Jahres. An den meisten Heiztagen reicht auch in älteren Häusern eine deutlich niedrigere Temperatur.
Der einfache Test für zu Hause
Ob Ihr Haus mit niedrigeren Temperaturen auskommt, können Sie im nächsten Winter selbst ausprobieren:
- Stellen Sie an einem kalten Tag die Vorlauftemperatur Ihres Heizkessels schrittweise auf 50 bis 55 °C herunter. Wie das geht, steht in der Bedienungsanleitung – oder Ihr Heizungsbauer zeigt es Ihnen.
- Drehen Sie alle Heizkörperventile ganz auf.
- Beobachten Sie ein bis zwei Tage lang: Werden alle Räume noch angenehm warm?
Wenn ja, ist Ihr Haus sehr wahrscheinlich gut für eine Wärmepumpe geeignet. Bleibt nur ein Raum kühl – oft das Bad –, ist das kein Ausschlussgrund. Meist reicht dort ein größerer Heizkörper.
Heizkörper: groß genug oder tauschen?
Je größer die Fläche eines Heizkörpers, desto mehr Wärme gibt er bei niedriger Temperatur ab. Alte Rippenheizkörper aus Guss sind oft erstaunlich leistungsfähig. Kleine Flachheizkörper unter dem Fenster dagegen können ein Engpass sein. Die Lösung sind dann größere Modelle oder spezielle Niedertemperatur-Heizkörper – die Kosten dafür sind im Rahmen der Wärmepumpen-Förderung förderfähig.
Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Brauche ich neue Heizkörper?
Muss ich vorher dämmen?
Nein, eine Komplettsanierung ist keine Voraussetzung. Einzelne Maßnahmen können aber sinnvoll sein, weil sie die Heizlast senken und die Wärmepumpe effizienter machen. Besonders viel bringen oft neue Fenster und die Dämmung der obersten Geschossdecke – beides ist vergleichsweise einfach umzusetzen.
Was wir bei Ihnen vor Ort prüfen
- Heizlast: Wir berechnen Raum für Raum, wie viel Wärme Ihr Haus an kalten Tagen braucht.
- Heizkörper: Wir prüfen, welche Vorlauftemperatur nötig ist und ob einzelne Heizkörper getauscht werden sollten.
- Aufstellort: Wir suchen den besten Platz für das Außengerät – mit Blick auf Leitungswege und Schall.
- Elektrik: Unsere Elektriker prüfen Zählerschrank und Stromanschluss.
Die Beratung vor Ort mit Heizlastberechnung ist für Sie kostenlos. Danach erhalten Sie ein Festpreis-Angebot – und wissen genau, woran Sie sind.
Förderung nicht vergessen: Für den Umstieg im Altbau gibt es bis zu 80 % Zuschuss. Wer eine Ölheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt und bis zum 31.01.2027 beantragt, erhält 16 % Tauschbonus – danach sind es 12 %. Jetzt Förderung berechnen.
